Dieser Blog berichtet über die Sammelreise von Silphiumsamen in den USA im Rahmen des Projektes SPREAD.
Was ist Silphium? Bei Silphium perfoliatum handelt es sich um eine hoffnungsvolle Nutzpflanze der Zukunft. Ziel dieser Sammelreise ist es, Samen dieser am Naturstandort zu finden und dieses Material an der Heinrich-Heine-Universität zu kultivieren und zu analysieren.
Die Sammelreise startet am 5. September.
Die Ozark-Hochebene ist zu einem großen Teil sehr dicht bewaldet.
Der Morgen begann
mit großen Erwartungen, denn die Ozarks sind ein Gebirgszug welcher
mitten im Verbreitungsgebiet der Becherpflanze liegt. Die Ozarks
selbst bilden eine Art Plateau, welches sehr zerschnitten ist. Sie
erstrecken sich größtenteils über die Staaten Missouri und
Arkansas. In den Ozarks gibt es zahlreiche Naturparks, öffentliches
Land, welches Ideale Bedingungen für unsere Mission SPREAD bietet.
Dieses Auto ist wahrscheinlich nicht mehr fahrtüchtig.
Diese Flechte wuchs an einer Steilwand, sie strahlte schwefelgelb und wirkte gleichsam wie ein Kunstwerk.
Das Bild von oben. Das Wasser des Baches floß in dieses Loch.
Da es die letzten Tage sehr trocken war, tropfte nur sehr wenig Wasser herunter.
Ein Steinpilz (Boletus) wuchs an der Steilwand.
Nachdem wir die
Ozarks mit unserem Jeep hoch gefahren waren, eröffnete sich uns eine
atemberaubende Landschaft. Trotz trüben Wetters erblickten wir eine
bis an den Horizont reichende Landschaft aus Bergen und Hügeln. Wir
fuhren weiter in dieser sehr dünn besiedelten Hochebene, vorbei an
verfallene Dörfer und verlassene Häuser. An einer günstigen Stelle
machten wir halt und wanderten einen Pfad entlang. Unsere Suche
führte uns an spektakuläre Felsen vorbei. Besonders gut gefiel uns
ein Felsen der senkrecht aus der Erde emporragte und mit einer
riesigen schwefelgelben Flechte überzogen war - ein lebendes
Kunstwerk. Dem nicht genug konnten wir auch einen kleinen aber sehr
ungewöhnlichen Wasserfall bewundern. Ein kleiner Gebirgsbach, der
durch ein Loch einer Gesteinsformation fließt. Leider führte der
Bach nur wenig Wasser, so dass er eher tröpfelte als floss. Im Bach
selbst entdeckten wir neben Flusskrebsen auch zahlreiche
Salamanderlarven. Zwischen all den riesigen Gesteinsformationen
fühlten wir uns wie Zwerge.
Naive Höhlenmalerei in der Nähe des Wasserfalls.
Kleine Salamanderlarven schwammen in Bächen, welche sich in der Nähe des Wasserfalls.
Der Weg zum Wasserfall war sehr steinig. Mal rund und mal quadratisch.
Ein Suchbild - Was gehört nicht in unsere Samentüten?
Nach einer längeren Suche fanden wir auch Silphium und sogar die
gesündesten und kräftigsten Pflanzen die wir bisher bewundern
durften. Zu unserem Glück trugen die Pflanzen dieser Population auch
extrem viele und gute Samen. Sehr gutes Material für ein
Zuchtprogramm mit vielen agronomisch wichtigen Eigenschaften. Wir
fanden schließlich noch eine zweite Population auf unserem Weg zu
unserem Motel in Lafayettville. Ein sehr schönes Städtchen inmitten
der Ozarks. Der Abend endete wie immer spät, diesmal beim örtlichen
Thailänder, da wir dem Fast Food langsam über waren.
Wie so oft bei unserer Reise fuhren wir der Sonne entgegen.
Die Einkaufsstraßen von Oxford, eine wirklich schöne und gemütliche Universitätsstadt.
Nachdem wir die
letzten Tage beim Sammeln durch wirklich wunderbare Landschaften
wandeln durften, sollte sich dies heute ändern. Der Tag begann mit
strahlenden Sonnenschein im Universitätstädtchen Oxford, welches
uns sehr gut gefiehl. Generell fanden wir auf unserer Reise meist die
kleineren Städte mit angeschlossener Universität schöner und
kultivierter. Sie besitzen deutlich mehr Charme und viele kleine,
innovative Geschäfte, anstatt der großen Ketten.
Unter der ersten Brücke erbrachte die Suche nur ein exklusives Einzelstück der Becherpflanze.
Die zweite Brücke erbrachte leider keinen Erfolg.
In der Nähe von
Oxford hatten wir zwei Hinweise auf Silphium welche nah beieinander
lagen. Wir fanden kein Silphium, jedoch scheuchten wir eine Schlange
auf. Das Habitat war mittlerweile zu bewaldet, die Becherpflanzen
wurden wahrscheinlich verdrängt. Wir durchsuchten die nähere
Umgegebung indem wir mit unserem Jeep an Flüssen und Bächen vorbei
fuhren. Dann fanden wir eine passende Brücke. Wir gingen hinunter
und fanden eine einzige Pflanze. Anhand des minimalen Samenansatzes
konnten wir feststellen, dass auch keine weiteren in der Nähe sein
könnten. Auch die Suche an und unter einer zweiten Brücke brachte
nur eine Schlangenhaut hervor. Wir machten uns weiter in Richtung
Arkansas zu der Stadt Malvern auf.
Dafür fanden wir diese Schlangenhaut - vlt. die der Wassermokassinotter (Agkistrodon piscivorus) -neben der zweiten Brücke.
Die Koordinaten aus
dem Herbarbeleg lagen wieder einmal unter einer Brücke, die die
Interstate 30 (Interstate entspricht einer Autobahn) über den
Ouachita River führt. Nach etwas suchen fanden wir mehrere Pflanzen
mit Samen. Wir ernteten sie schnell, denn weder die Umgebung noch das
laute Klackern der Interstate waren sehr angenehm. Die Nacht
verbrachten wir nördlich von Little Rock, der Hauptstadt von
Arkansas.
Eine Becherpflanze große Becherpflanze in Malvern (Arkansas).
Truthahngeier kreisten über einer Stelle des Baches an dem wir einige Becherpflanzen fanden.
Bei genaueren Untersuchungen fanden wir einen toten Mississippi Alligator, welcher den Truthahngeiern als Nahrung diente.
Eine längere Trockenperiode könnte für die geringe Zahl an Samen verantwortlich sein.
Der Tag begann
mit dem Start zu einem über dreißig Jahre alten Herbarbeleg im
Südosten von Mississippi. Tatsächlich wurden wir fündig,
wenngleich die Pflanzen leider nur sehr wenige Samen besaßen. Die
Pflanzen wuchsen entlang eines breiten Baches, den wir aufgrund der
wenigen Samen sehr intensiv absuchten. Dabei fiel uns eine Gruppe von Truthahngeiern (Cathartes aura)
auf, diese umkreisten eifrig eine bestimmte Stelle des Baches. Einige
von ihnen landeten auch dort, wodurch sie uns sehr nahe kamen. Durch
unsere Ankunft verscheuchten wir die Geier und sie gaben einen
Kadaver frei, der im Wasser trieb. Wir näherten uns und nahmen
schnell einen faulig-fischigen Geruch war. Dann identifizierten wir
die Reste, welche die Geier übrig gelassen hatten. Es war ein toter
Alligator (Alligator mississippiensis). Wir beschlossen das
Wasser zukünftig besonders gut im Auge zu behalten und suchten
weiter nach Silphium.
The Little Dooyes in Starkville, Mississippi, ist ein traditionelles Barbecue Restaurant.
Das Restaurant besitzt seinen ganz eigenen Charme. Die Musik und die Einrichtung passten zu unseren Vorstellungen von Mississippi.
Die Köchin persönlich bei den Gästen.
Mittags wollten
wir zur Pause in Starkville ein typisches Südstaaten Restaurant
besuchen. Unsere Wahl fiel auf das „The Little Dooyes“. Dies war
eine gute Wahl. Der Laden war gut frequentiert und gilt als der Beste
im Umkreis. Wir entschieden uns beide für den Klassiker: Einen
Burger mit Pulled Pork und weiteren Zutaten belegt. Lukas gönnte
sich zusätzlich noch einen traditionellen, frittierten Wels. Wir
genossen das Essen. Übrigens bieten die meisten Restaurants und
Imbisse ihre Speisen in den Restaurants nach unserer Erfahrung auf
Styropor Tellern an, so auch hier. Es ist also gar nicht mehr so
einfach in den USA vom Tellerwäscher zum Millionär zu werden.
Mit diesem Burger aus Pulled Pork und Coleslaw (Kohlsalat) machte sich das Little Dooeys einen Namen in Starkville.
Die Landschaft von Mississippi ist geprägt von Seen und sumpfigen Bächen. In diesem flachen See wuchs der Amerikanische Lotos, diese Art entdeckten wir auch schon in West Virginia.
Endlich konnten wir auch lebende Alligatoren beobachten.
Diesen Alligator schreckten wir durch unser Näherkommen auf.
Es ging weiter
auf die Suche nach Becherpflanzen. Wir kamen zu einer großen Fläche
aus Sümpfen und Seen. Hier sahen wir neben Lotosblumen zum ersten
Mal Sumpzypressen (Taxodium distichium). Diese standen sowohl
im flachen Wasser, als auch in den zum Teil ausgetrockneten Sümpfen.
Mithilfe der Atemknie (Pneumatophoren), spezielle Wurzeln, versorgen
sie ihr im Wasser stehendes Wurzelsystem mit Luft. Wenig später
entdeckten wir auch noch lebende Alligatoren. Wir beobachteten die
eher scheuen als bedrohlichen Tiere. Die wilde Natur von Mississippi
beeindruckte uns sehr. Mit der Dunkelheit ging es in Richtung des
Südens von Arkansas.
Dieser periodisch überschwemmte Standort bietet einen idealen Lebensraum für die Echte Sumpfzypresse.
Die Sumpflandschaft an den Ufern des Bluff Lakes im Noxubee National Wildlife Refuge.
Das Licht der untergehenden Sonne verlieh dem See eine besondere Atmosphäre.
32 Grad Celsius im Oktober und orangerote Straßen - das amerikanische "Outback".
Die mit Louisianamoos behangenen Bäume wirkten wie verwunschene Gestalten am Wegesrand.
Die Scharlachrote Prunkwinde trägt ihren Namen zurecht - Australis in Alabama.
Louisianamoos in einer Nahaufnahme.
Dieser Tag
unserer Reise begann im Süden Alabamas in Monroeville. Von dort
fuhren wir noch einen Standort an. Der Weg dorthin führte durch
bizarre Landschaften aus roter Erde. Wir fühlten uns ein wenig wie
in Australien und auch die Flora glich gefühlt der dortigen
Florenregion, der Australis. Nicht nur die rote Erde, sondern auch
die karge und nach Wasser dürstende Landschaft sorgte für dieses
Gefühl. Die tropisch anmutende Scharlachrote Prunkwinde (Ipomoea
coccinea) und mit Louisianamoos (Tillandsia usneoides)
behangene Bäume taten da ihr Übriges. Bei dem im deutschen als Moos
bezeichnete Pflanze handelt es sich übrigens um ein Bromeliengewächs
und hat mit richtigen Moosen nichts zu tun, das Louisianamoos ist
näher mit der Ananaspflanze verwandt.
Wir fanden auch
noch eine uns unbekannte Silphiumart, von der wir denken, dass es
sich um Silphium perplexum handeln könnte. Dies müssen wir
aber sicherlich noch weiter recherchieren, denn über diese Art
liegen nur sehr wenige Daten vor.
Bei dieser spätblühenden Silphiumart könnte es sich um Silphium perplexum handeln.
Unser erster Silphium perfoliatum Fund in Mississippi.
Am Ende des Tages
wollten wir den Süden von Mississippi erreichen, was wir auch
schafften. Wir steuerten dort einen weiteren Sammelpunkt an, an dem
wir im Abendlicht auch die von uns so begehrten Becherpflanzen
fanden. Uns wurde die Dokumentation des Fundes und das Sammeln der
Samen nicht leicht gemacht. Mehrere drei bis vier Zentimeter große
Bremsen verfolgten uns und wurden auch vom warmen Automotor magisch
angezogen. Über diese im Englischen als „Black Horse Flies“
(Tabanus atratus) bezeichneten Bremsen staunten wir nicht
schlecht. Ihr Anflug kündigte sich stets durch ein lautes Brummen an
und sie waren für deutsche Verhältnisse erstaunlich groß, wie
vieles in Amerika. Wir entkamen ihnen und waren froh als alle
Autotüren geschlossen waren und wir unser Motel ansteuerten.
Mehrere Bremsen der Art Tabanus atratus flogen, angezogen von der Wärme des Automotors, um uns herum. Zum Glück wurden wir nicht gestochen.
Der Cahaba River am "Kathi Stiles Freeland Bibb County Glades Preserve".
Auf den Baumstämmen sonnten sich Schildkröten, die bei unserem Näherkommen im Wasser verschwanden.
Der Fluss war nicht sehr tief, an vielen Stellen ragten Steine aus dem Wasser.
Nachdem wir am Abend
zuvor - getreu dem Motto des Willkommensschilds des Staates Alabama -
uns mit „Sweet Home Alabama“ eingestimmt hatten, wachten wir im
subtropischen Norden auf. Schon früh wurden wir am Morgen von warmen
20 Grad geweckt. Auf ein Frühstück und eine Dusche verzichteten wir
in diesem Motel lieber. Unser erstes Ziel des Tages war ein Standort
in Bibb County. Dort soll neben Silphium perfoliatum eine
endemische Art geben, welche es höchstwahrscheinlich nur dort gibt:
Silphium glutinosum. Es war ein ganz besonderer Standort in
mitten dieses sehr dünn besiedelten Countys. Das Habitat ist von
großen Kalkfelsen durchzogen und lag am Ufer des Cahaba Rivers.
Durch die besondere Lage, Bodenbedingungen und der Abgeschiedenheit
zu anderen Präriegebieten sind hier eine ganze Reihe von
Päriepflanzenarten entstanden, die auf der ganzen Welt nur hier
wachsen. Ein Hotspot der Evolution, ein Kleingalapagos für
Präriepflanzen.
Silphium glutinosum, eine endemische Silphium-Art in ihrem natürlichen Habitat.
Yucca filimentosa mit ihren typischen weißen Fäden an den Blatträndern.
Wir brauchten recht
lange bis wir das öffentliche Gebiet fanden, wurden dann aber
belohnt. Dieser Ort war wahrlich einer der schönsten Flecken Natur
die wir bisher besucht hatten. Auf der kargen Steinfläche fanden wir
viele Arten erstmals und staunten. Das endemische Silphium
glutinosum war sicherlich eine der dominantesten Pflanzen in
dieser Lebensgemeinschaft und zeigte ein paar letzte Blüten. Wir
studierten diese Pflanze, welche in Europa gar nicht in Kultur ist,
eifrig. Weiterhin staunten wir über die zahlreichen Fädigen
Palmlilien (Yucca fillimentosa) und die riesigen Zapfen der
Sumpfkiefer (Pinus palustris).
Die Zapfen der Sumpfkiefer sind deutlich größer als eine menschliche Hand.
Silphium glutinosum dominiert die Pflanzengesellschaft dieser naturbelassenen Landschaft.
Die Kathi Stiles Glades waren ein botanisches Paradies. Hier sollen 61 endemische Arten vorkommen.
Die Landschaft und
der Cahaba River waren schlichtweg atemberaubend. Wir sahen allerlei
Tiere, neben einer Schlange, beobachteten wir viele
Wasserschildkröten und verschiedene Echsen wie diesen
Fünfstreifenskink (Plestiodon faciatus).
Der in Amerika weit verbreitete Fünfstreifenskink auf der Flucht vor der Kamera.
Der wichtigste Fund des Tages: Silphium perfoliatum in einem verwilderten Feld in Alabama.
Das nächste Ziel war ein Herbarbeleg für die Becherpflanze. Die
Daten aus dem Herbarbeleg erwiesen sich als sehr genau. In der Nähe
von vielen Teichen, in denen die hier im Süden sehr populären Welse
gezüchtet wurden, fanden wir eine Population die sich vom Waldrand
heraus in ein verwildertes Feld herein ausbreitete. Nach Inspektion
der Lage des Feldes waren wir uns unsicher, ob der Bereich öffentlich
oder eben doch in privater Hand ist. Glücklicherweise kam ein Herr
in einem Pickup daher, der wissen wollte warum wir denn das Feld so
ausführlich fotografieren würden, schließlich wüchse dort ja nur
Unkraut. Wir erzählten ihm unser Anliegen. Prompt erlaubte er uns
sein Feld zu betreten und mitzunehmen was immer wir wollten. Er
zeigte uns noch auf seinem Handy ein Video von seiner Wildzucht und
wir plauderten ein wenig über Deutschland. Nach der reichen Ernte
fuhren wir die Schotterpiste weiter, wenige Meter fanden wir noch
zwei weitere Silphiumarten: Silphium laciniatum und Silphium
integrifolium. Auf der Querstraße ein wenig weiter fanden wir
noch Silphium confertifolium, die fünfte Art an einem Tag.
Wir waren sehr froh darüber, drehten erneut „ Sweet Home Alabama“
laut auf und machten uns auf den Weg zu unserem Hotel im Süden
Alabamas. Dieser war nicht ohne, das Navigationsgerät führte uns
durch sehr holprige Strassen, die zum Teil abrupt endeten. Spätabends
erreichten wir müde und zufrieden unser Hotel.
Eine halbe Stunde Dunkelheit und mehr Trampelpfad als Straße forderten hohe Konzentration auf den letzten Metern zum Motel.
Die Gebirgszüge der Appalachen, welche wir ein weiteres Mal durchqueren mussten.
Durch die
Zeitersparnis in Virginia ergab sich die Möglichkeit doch noch in
Tennessee nach unseren Becherpflanzen zu suchen, dies war
ursprünglich auch geplant, aber aufgrund der mageren Datenlage
entschied ich mich doch dagegen und gab Kentucky den Vorzug. Doch nun
war es möglich und wir starteten vom Osten von North Carolina in den
Nordwesten von Tennessee. Der Weg führte uns wieder zurück durch
die Appalachen, vorbei am Mount Mitchell, der größten Erhebung
dieser Gebirgskette.
Eine Kurzgras-Prärie in Tennessee, an einem naheliegenden Wasserfall wurden Teile vom neuen Dschungelbuch gedreht.
Aufgrund der Länge
der Strecke und in der Hoffnung doch noch etwas Silphium zu finden
machten wir zur Mittagszeit einen Stopp an einer Prärie auf dem
Cumberland Plateau. Dort fanden wir Silphium trifoliatum,
eine
weitere Silphium Art bei der die Blätter - wie der Name es schon
verrät – quirlig und stets zu dritt am Stiel erscheinen. Auch die
dazugehörige Prärie war überaus beeindruckend. Es ging weiter und
unser Ziel war es noch am Abend die Hauptstadt von Tennessee,
Nashville zu erreichen. Schließlich konnten wir unser Ziel
erreichen, doch leider war das Motel nicht das Beste und wir wurden
nicht nur von einem gelangweilt gleichgültigen Concierge empfangen,
sondern auch im Zimmer von einer ganzen Familie Kakerlaken. Zu
unserem Glück war es noch möglich die Buchung zu stornieren und so
fanden wir uns eine halbe Stunde später in einer deutlich saubereren
und vor allem insektenfreieren Umgebung wieder.
Der Broadway in Nashville.
Wir gingen ins
Zentrum von Nashville, dem Broadway und uns wurde schnell klar woher
die Hauptstadt ihren Beinamen „Music City“ bekam: an jeder, ja
wirklich jeder, Straßenecke wurde live von Strassenmusikern Musik
zum Besten gegeben. Man hat die Wahl zwischen Gesang, Rap, Gitarre,
Schlagzeug oder was das Herz sonst noch so begehrt. Wir waren ein
wenig überfordert. In jeder Bar absolvierte eine Band gerade einen
Auftritt. Die Aneinanderreihung der vielen Bars erinnerte ein wenig
an die Düsseldorfer Altstadt, nur die Junggesellenabschiede fehlten.
Auf dem Broadway spielten in jeder Bar und an jeder Straßenecke Bands und Musiker.
Wie in den den USA üblich, hingen auch in Nashville die Ampeln an Kabeln. Desweiteren war die Straßenführung sehr verwirrend.
Ein typisches amerikanisches Haus in Houston, Tennessee. Dieses verträumte Haus stand neben dem Habitat der von uns gefundenen Becherpflanzen.
Silphium mohrii, eine der schönsten Silphium Arten.
Müde von den vielen
Eindrücken gingen wir ins Hotel und planten den nächsten Tag. Nach
dem Frühstück ging es noch ein wenig weiter ins County Houston.
Hier fanden wir in der Nähe des Willow Creeks einige prächtige
Becherpflanzen und freuten uns sehr über diesen in Tennessee doch
recht raren Fund. Danach galt es noch Strecke Richtung Alabama gut zu
machen, unserem nächsten Ziel. Auf dem Weg machten wir einen kurzen
Stopp im Südwesten von Tennessee. Hier sollte eine weitere
Silphiumart wachsen. Diese Art ist Silphium mohrii. Sie ist
hellgelb, eher klein und besitzt sehr stark behaarte Blätter. Wir
fanden sie direkt neben einer Schnellstraße und die untergehende
Sonne hüllte die noch geöffneten Blüten in ein schönes, seichtes
Gelb. Schließlich fuhren wir weiter Richtung Alabama. Pünktlich zum
Überqueren der Staatsgrenze spielten wir laut den Titel „Sweet
Home Alabama“ von Lynyrd Skynyrd und fuhren im Sonnenuntergang an
unseren ersten Baumwollfeldern der Wildnis von Alabama entgegen.
Im Süden von Amerika wird auch Baumwolle angebaut, die Samenhaare der Pflanzen bilden lange Fasern - hieraus wird der gleichnamige Stoff hergestellt.