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Das Eingangsschild von ERNST SEEDS in Meadville, Pennsylvania. |
Durch den
verhängnisvollen Anruf des Vortages fanden wir uns am 16. Tag unsere
Reise morgens in Meadville vor. Nach fünf Minuten Fahrt erreichten
wir die Firma ERNST SEEDS, deren Gründer Calvin Ernst hatte uns
eingeladen seine Firma zu besichtigen. ERNST SEEDS produzieren
Saatgut für viele heimische Pflanzen. Dieses Saatgut wird meist für
ornamentale Zwecke oder auch für Renaturierungsprojekte genutzt.
Aber es wird auch Saatgut für die Produktion von alternativen
Biomassen hergestellt. Die größten Rollen spielen dabei die
Rutenhirse (Panicum virgatum), das Bartgras (Andropogon
gerardii) und eben unsere Becherpflanzen. Über die Jahre wurde
von Calvin und seinen Mitarbeitern das Saatgut dieser Pflanzen von
vielen Standorten in den USA zusammen getragen.
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Calvin Ernst in seinem bereits abgeernteten Silphiumfeld. |
Als wir die Firma
erreichten, waren wir zunächst etwas erstaunt über die Größe der
Firma. Wir betraten den Haupteingang und wurden von der Dame am
Empfang etwas skeptisch beäugt. Die Skepsis steigerte sich, als wir
sagten, dass wir mit dem Chef verabredet seien. Ein kurzer Anruf
klärte dies und wenige Minuten später empfing uns Calvin
freundlich. Calvin ein ruhiger alter Herr mit unglaublich lebhaften
Augen schüttelte uns freundlich die die Hände. Nach der Bemerkung,
dass er doch mit einen deutlich älteren Besuch gerechnet hätte,
ging es raus zu seinem Feld. Calvins Feld mit Silphium ist das
einzige, welches direkt auf dem Firmengelände liegt. Schnell
bemerkten wir seine Leidenschaft für diese Pflanze.
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Wir konnten in diesem Feld viele verschiedene Varianten der Becherpflanze beobachten. |
Der Bestand setzte
sich aus etwa 20 Herkünften zusammen und steht seit 22 Jahren dort. Wir beobachteten
aufmerksam die vielen verschiedenen Varianten und stellten viele
Fragen zu ihren Erfahrungen mit der Becherpflanze. Neben Calvin
gesellte sich nun auch Mark Filey zu uns und wir begannen eine
Führung durch den Betrieb, wo zur Erntezeit Hochbetrieb herrschte.
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Blick auf einige der Trockentürme für Pflanzensamen. |
Der Weg führte
vorbei an unzähligen Trockentürmen, in denen die Samen getrocknet
werden, aber auch Anhänger welche Trockenvorrichtungen besaßen.
Zwei Hänger sollten wir genauer unter die Lupe nehmen, also
kletterten wir hoch und sahen, dass sie voll mit Silphium-Samen
waren. Wir waren beeindruckt. Daraufhin wurden uns all die
Möglichkeiten gezeigt um Saatgut aufzureinigen. Wir sahen Maschinen
in allen erdenklichen Größen und zu eben so vielen Zwecken. Auch
bekamen wir Tipps wie wir in kleinem Maßstab Silphium-Samen
aufbereiten können: mit dem Nudelholz. Durch leichten Druck sollen
sich die Samen leicht vom Rest der Blüte trennen. Weiter ging es zur
Saatgutlagerung. Auch hier bekamen wir allerlei Tricks und Kniffe zu
sehen und waren beeindruckt von den hunderten weißen Säcken die
dort lagerten. Nach dieser Station sollten wir in den Pick-Up von
Mark steigen und fuhren wir auf ein paar der vielen Felder, wo unter
anderem der Sonnenhut (Rudbeckia) bis zum Horizont stand.
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Mark Filey leitete die Führung durch die Produktionsstätten der Firma. |
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So viele Samen konnten wir leider nicht mit nach Deutschland nehmen. |
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Silphiumsamen im Trockenwagen. |
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Ein Nudelholz kann für die Reinigung von Silphiumsamen genutzt werden. |
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Hier werden verschiedene Samen aufgereinigt. |
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Aufgereinigte Irissamen. |
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Weitere Geräte zur Samenaufbereitung. |
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In den Lagerräumen stehen verschiedene in Säcken verpackte Pflanzensamen. |
Auf die Frage, was
wir von Deutschland am meisten vermissen würden einigten wir uns auf
richtiges Brot oder Brötchen mit Kruste. Dies führte promt dazu,
dass wir nach den Feldern in die, laut Mark, beste Bäckerei des
Ortes Meadville gefahren wurden. Wir schlugen natürlich zu und
nahmen ein paar der „French Balls“ mit, welche unseren Brötchen
ein wenig ähnelten. Nach der Verabschiedung, machten wir uns auf den
Weg Richtung Kentucky, das wir spätabends erreichten.
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Ein Feld von Sonnenhüten im Sonnenschein von Meadville. |
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In dieser Bäckerei wurde auch "German Bread" verkauft, doch leider war diese Brotvariante schon vergriffen als wir dort ankamen. |